GEBRAUCHTWAGENCHECK: BMW X1 - FLOTT, PRAKTISCH UND NOCH OHNE ROTE FLAGGEN

Mehr Komfort und mehr Alltagsnutzen: In der zweiten Generation entwickelte sich der BMW X1 vom eher kombihaften Fahrdynamiker endgültig zum praktischen Alltags-SUV. Trotz des Wechsels auf eine Frontantriebs-Plattform bleibt der Münchner einer der agilsten Modelle seiner Klasse.

Bei den TÜV-Hauptuntersuchungen gibt sich der X1 wenig Blößen, kann sich aber nur in jungen Jahren wirklich von der Konkurrenz absetzen. Schon ab der zweiten HU liefert er trotz Premium-Anspruchs nur noch durchschnittliche Qualität. Immerhin: Die Probleme an der beim Vorgänger oft beanstandeten Bremse hat der kleinste X-BMW abgelegt. Und auch das Fahrwerk - bei vielen Wettbewerbern einer der Schwachstellen - zeigt sich tendenziell stabil. Allerdings fällt die zweite Generation häufig mit Ölverlust an Motor oder Getriebe auf - ein eher neues Problem in dieser Baureihe.

Wirkte Generation eins des X1 äußerlich noch fast wie ein Einser-Kombi, tritt die zweite Auflage als klassisches SUV im Stil der größeren X-Modelle der Marke auf. Technisch geht er aber andere Wege, nutzt die Frontantriebsplattform von 2er Active Tourer und Mini. Weil der Motor vorn quer eingebaut werden kann, wächst das verfügbare Platzangebot für die Passagiere gegenüber dem Vorgänger deutlich. Und dass, obwohl der Neue mit 4,44 Metern etwas kürzer ausfällt.

Auch das Kofferraumvolumen kann sich sehen lassen. Im Normalfall fasst das Gepäckteil 500 Liter, klappt man die Rücksitzlehnen um, steigert sich der Wert auf 1550 Liter. Optional war der BMW als Neuwagen mit verschiebbarer Rückbank zu haben, was die Variabilität im Alltag erhöht. Das Interieur ist markentypisch; wie gediegen oder edel es ausfällt, hängt aber stark von der Bereitschaft des Erstkäufers ab, in aufpreispflichtige Extras zu investieren.

Gab es im Vorgänger noch Sechszylinder, finden sich in der zweiten Generation ausschließlich Drei- und Vierzylinder mit 1,5 und 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 85 kW/116 PS bis 170 kW/231 PS. Zur einfacheren Unterscheidung heißen die Modelle mit Frontantrieb sDrive, die mit Allrad xDrive. Einstiegsbenziner ist ein 100 kW/136 PS-Dreizylinder mit Frontantrieb (18i), den 141 kW/192 PS starken Vierzylinder (20i) gibt es auch mit Allrad.

Die Verbrauchsnormwerte lesen sich auf dem Papier gut: BMW gibt zwischen 5,1 Liter beim s Drive 18i und 6,7 Liter xDrive 20i an. Der kleinste Diesel (18d) kommt auf 110 kW/150 PS, der 20d auf 140 kW/190 PS. Beide stehen auch als xDrive zur Wahl. Top-Modell ist der xDrive25d mit 231 PS. Die Normverbräuche variieren zwischen 4,1 und 5,2 Litern. Seit Anfang 2020 ist der X1 auch als Plug-in-Hybrid (xDrive25e) aus Kombination mit einem 92 kW/125 PS starken Dreizylinder und einem E-Motor mit 70 kW/95 PS zu haben. Die Systemleistung beträgt 162 kW/220 PS. Knapp 50 Kilometer rein elektrische Reichweite sind möglich.

Die Basisausstattung, die zum Marktstart für rund 30.000 Euro angeboten wurde, umfasst unter anderem 6,5-Zoll-Farbdisplay, Klimaanlage, Freisprecheinrichtung, Lederlenkrad sowie einige Assistenzsysteme. Hier blieb viel Luft nach oben für Extras wie das große Infotainmentsystem, Navigation, Head-up-Display oder Abstandstempomat. Auch LED musste bis zum Facelift gegen Aufpreis geordert werden.

In der mit 70 Seiten sehr umfangreichen Preisliste waren zudem eine elektrische Heckklappe, größere Räder als die 17-Zoll-Standardbereifung und viele Assistenten zu finden. 2015 absolvierte der X1 den EuroNCAP-Crashtest mit fünf Sternen.

Klassische Kompakt-SUV-Tugenden plus dynamisches Fahrverhalten. Und - zumindest bei spendablen Erstbesitzern - ein wenig Premium-Flair. Technisch gesehen gibt es ebenfalls noch keine roten Flaggen. Bei mobile.de werden aktuell rund 6000 gebrauchte X1 der zweiten Generation zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 10.000 Euro.

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